Johann-Gerhard Oncken

Gottfried Lehmann

Julius Köbner

175 Jahre Baptistengemeinden in Deutschland

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Im Jahr 2009 feiern wir zwei große Jubiläen:

  • 400 Jahre Baptisten in Europa und
  • 175 Jahre Baptistengemeinden in Deutschland.

Am 22. April 1834 ließen sich Johann Gerhard Oncken und sechs weitere Personen vom amerikanischen Baptistenpastor Barnard Sears in Hamburg in der Elbe taufen. Tags darauf wurde in Hamburg die erste deutsche Baptistengemeinde gegründet.

Aus diesem Anlass veröffentlicht der Bund beginnend mit dem April 2009 eine 12-teilige Serie über die Geschichte des Baptismus, die wir hier übernehmen. Dr. Martin Rothkegel, Professor für Kirchengeschichte am Theologischen Seminar (Fachhochschule) Elstal, hat die historischen Rückblicke verfasst. Ziel dieser Veröffentlichungen ist es, dass wir als Bundesgemeinschaft uns unseres Erbes gewiss sind und gleichzeitig danach fragen, was wir für unsere aktuelle Situation aus der Geschichte lernen können.

1834-1859: Die Pionierzeit des deutschen Baptismus

Johann-Gerhard Oncken (geb. 1800 in Varel, gest. 1884 in Zürich) stammte aus einfachsten Verhältnissen. Ihn prägte die Zeit, die er in Großbritannien als Kaufmannsgehilfe verbrachte. Zwischen 1814 und 1823 lernte er als Heranwachsender das damals modernste Land der Welt kennen. Handel und Industrie standen in voller Blüte. Bürgerliche und religiöse Freiheiten hatten einen Stand erreicht, der in Deutschland noch lange nicht in Sicht war.

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1859-1884: Die wachsende baptistische Bewegung in Europa

Auch die zweiten fünfundzwanzig Jahre des deutschen Baptismus waren immer noch in vieler Hinsicht geprägt von der Generation der Gründer. Neben Johann Gerhard Oncken sind Gottfried Wilhelm Lehmann (1799-1882) und Julius Köbner (1806-1884) als „ordnende Brüder“ des Bundes zu nennen.

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1884-1909: Baptistengemeinden im deutschen Kaiserreich

Die Reichsverfassung von 1871 hatte den Baptistengemeinden keinen einheitlichen Rechtsstatus gebracht (Kultusangelegenheiten blieben Ländersache), aber die Handlungsspielräume für die Gemeinden und für die Einrichtungen des Bundes erweiterten sich spürbar. Man wurde nach außen sichtbarer. Dank der Opferbereitschaft der Gemeinden enstanden repräsentative Kapellenbauten.

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1914-1933: Das baptistische Milieu vom 1. Weltkrieg zur Weimarer Republik

„Ich kenne keine Parteien mehr, kenne nur noch Deutsche!“ Mit diesen Worten begeisterte Wilhelm II. im August 1914 selbst viele der sonst oppositionellen Arbeiter für seinen Krieg. Religiöse Minderheiten wie Juden und Freikirchen sahen im Krieg die große Chance, sich als Deutsche unter Deutschen zu bewähren und sich vom Makel des Andersseins reinzuwaschen.

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1933-1945: Die Baptisten im Dritten Reich

Nach der Machtübertragung an Hitler im Januar 1933 ist zu beobachten, dass sich die Baptisten in den folgenden Monaten sehr ambivalent verhielten. Einerseits gab es - wie in den großen Kirchen - zustimmende Äußerungen zum Nationalsozialismus, die sich besonders in der Zeit nach den Märzwahlen häuften. So führte C. Brauns im „Wahrheitszeugen“ aus: Er sei „dankbar, dass [Gott] uns so über Erwarten freundlich angeschaut hat, uns nicht in das Chaos wie in Rußland hat abgleiten lassen.

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1945-1955: Ein zweifacher Neuanfang: Baptisten im Nachkriegsdeutschland

Im Jahr 1946 erschien das Anschriftenverzeichnis des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden. Ein Vergleich mit dem infolge des Krieges letztmalig für 1939 herausgegebenen Jahrbuch zeigte gravierende Unterschiede. Den Namen Baptistengemeinden gab es nach dem 1941 erfolgten Zusammenschluss mit den BfC-Gemeinden nicht mehr.

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1955-1965: Zwei Bünde unter einem Namen: Baptisten im Kalten Krieg

Der Bundesrat beschloss 1960 in Berlin-Tempelhof, künftig jährlich zu tagen und lud für 1961 nach Berlin-Weißensee oder Leipzig und damit erstmalig in die DDR ein. Doch dann kam der 13. August 1961. In der BRD sprach man vom „Bau der Berliner Mauer“, in der DDR von der „Errichtung des antifaschistischen Schutzwalles“. Für die Bundesgemeinschaft hieß das weitere Trennung und zusammenzuhalten, wo es nur irgend möglich ist. An der Bundesleitungssitzung 1961 in München konnte kein Mitglied aus der DDR teilnehmen.

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1965-1975: Eine Zeit der Neuorientierung

Eine neue Generation leitender Geschwister übernimmt die Verantwortung im Westbund. Johannes Arndt wird 1966 neuer Bundesvorsitzender, 1973 Günter Hitzemann. 1967 wird Gerhard Claas Bundesdirektor als Nachfolger von Rudolf Thaut, der 1968 Direktor des Theologischen Seminars wird. Willi Grün wird 1965 Redaktionsleiter im Verlagshaus. Es beginnt eine Zeit der Neuordnung und Konsolidierung, weil Bisheriges instabil wurde. Verfassung, Wahlordnung und Rechenschaft vom Glauben werden neu erarbeitet.

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„Eine freie Kirche in einer freien Gesellschaft“: Der BEFG in den Jahren 1975–1985

„Eine freie Kirche in einer freien Gesellschaft“ — so lautete der Titel eines Traktats, mit dem die Gemeinden in dieser Zeit für sich warben. Die Gemeinden hatten seit Beginn der 70er Jahre einen ausgesprochenen Modernisierungsschub durchgemacht. Das Sekten-Image sollte endgültig der Vergangenheit angehören.

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1985-1995: Baptisten in weltbewegenden Zeiten

Dieses politisch aufregende Jahrzehnt begann 1985 mit eindringlichen Mahnungen zum Frieden: 40 Jahre nach dem Krieg veröffentlichten die Evangelischen Kirchen in Ost und West gemeinsam ein "Wort zum Frieden". Bundespräsident von Weizsäcker wagte die Hoffnung, der 8. Mai sei nicht das letzte Datum der Geschichte für alle Deutschen, wenn sie die Verpflichtung dieses Tages zu Frieden und Versöhnung beherzigten. Und die Bundesleitung des BEFG-DDR sprach angesichts des Wettrüstens von unserer Verpflichtung zum Friedensstiften.

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